Donnerstag, 5. Mai 2011

3.5. - 4.5.2011, Von Le Castella nach Otranto (1 Nachtfahrt)

Auf Grund dessen, dass der Wind in der Nacht zu viel nachgelassen hat, ist die Entscheidung gefallen, dass das Ziel Marano Lagunare nicht bis Ende der Woche erreicht werden kann. Da wir schon wieder zwei Nachtfahrten hinter uns haben, wird ein Zwischenstopp in Le Castella eingelegt und das Etappenziel Otranto für zwei Tage später geplant. Je nachdem, welcher Wind uns in der Adria erwartet und wie weit wir im Laufe der Woche kommen, werden wir das Schiff in einen Hafen an der italienischen Küste legen und zu einem späteren Zeitpunkt weiter nach Marano führen.
Der Schaden am Motor am zweiten Tag unserer Reise hat uns leider zu viel Zeit gekostet, da wir ihn nach der Reparatur erst nach und nach wieder für längere Zeiträume vorsichtig laufen ließen, und dann auch nur unter geringer Drehzahl. Mittlerweile verwenden wir ihn immer wieder, um Flauten zu überbrücken.

Ein weiterer wunderschöner Segeltag


Veit wieder einmal mit Fachlektüre

Anstossen mit Prosecco auf zurückgelegte 1000 Seemeilen (davon 850 unter Segel)
 

 
 

Die Skipperkabine, eigentlich der Salon (die einzige Kabine, welche noch halbwegs trocken ist, dafür ist die Koje etwas kurz)

Zum ersten Mal wieder frische Socken

Der Hafen von Otranto


Für einen kurzen Moment ist uns der Gedanke gekommen, eventuell auch dieses Boot herzurichten

Die Burg und Altstadt von Otranto








Auf der Fahrt nach Otranto sind wir mehr als 3 Stunden unter Motor gefahren, wobei - wie an unserem zweiten Reisetag - ein plötzlicher Leistungsabfall auftrat. Dieses Mal war klar, woran es lag. Der Überlauf des sekundären Kühlkreislaufs (Meerwasser), welcher in die Backskiste im Heck geleitet ist, pumpt während des Motorbetriebs ständig Meerwasser in die Backskiste, von wo es durch die Öffnung für den Auspuffschlauch in die Bílge rinnt. Diese wird trotz eingeschalteter automatischer Bilgepumpe immer voller, sodass der Luftansaugstutzen des Motors in die Bilgensuppe ragt und somit Wasser ansaugt, was den Leistungsabfall und den Austritt von weißem Rauch aus dem Auspuff bewirkt. Als die selbe Situation (wie wir jetzt wissen) am zweiten Reisetag eintrat, war auf Grund des gleichzeitigen Überhitzens des Motors wegen des komplett ausgelaufenen Kühlmittels des Primärkreislaufs soviel Rauch und Dampf im Motorraum, dass die eigentliche Ursache des weißen Auspuffrauchs nicht erkennbar war. Wir nahmen (wie schon erwähnt) an, dass die Zylinderkopfdichtung beschädigt ist. Mittlerweile ist auch klar, warum sich im Laufe des Motorbetriebs der weiße Rauch immer weniger in den Auspuffgasen zeigte: Das angesaugte Wasser wurde nach und nach ausgestoßen, bis keines mehr in der Maschine vorhanden war.
Der Motor ist also mechanisch in Ordnung und kann ganz normal verwendet werden, lediglich die Elektrik hat durch die Hitze beim Kühlausfall gelitten, der Drehzahlmesser und die Öltemperaturanzeige sowie der Motorstundenzähler funktionieren nur noch sporadisch.
Diese späten Erkenntnisse hätten uns 2 Wochen vorher ermöglicht, unseren Zeitplan mit Leichtigkeit einzuhalten, wir waren jedoch gezwungen, auf Grund des Wissensstandes etwas vorsichtiger zu sein. Somit wird das Boot in Brindisi von Roland übernommen werden und weiter Richtung Marano gefahren.

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